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Ganz aufgeregt wuseln die Schüler der Klasse 4c am Donnerstag, dem 01.09.2005 kurz vor der sechsten Stunde durch ihren Klassenraum in der Mercator-Grundschule: "Wann kommen sie denn endlich?"
Schon in der Nachbesprechung der ersten Vorlesestunde waren die Kinder in ihrer Berichterstattung kaum zu bremsen. Jeder wollte am liebsten die lustigsten und spannendsten Situationen aus den Vorlesebüchern erzählen. "Wir haben uns sogar mit den Lesepaten beim Vorlesen abgewechselt. Das hat Spaß gemacht!." "Beim nächsten Mal dürfen wir auch unsere Lieblingsbücher mitbringen."
Zufrieden sahen sich die beteiligten Lehrer an. Diese Art der Leseförderung ist besonders für Kinder einer "Kiez-Schule" mit vielen sozial Benachteiligten von großer Wichtigkeit.
"Man hat genau gemerkt, dass Marie (Name geändert) nach 20 Minuten mehr auf die in der Nähe spielenden Kinder achtete", oder „Nach einiger Zeit spielte Nedim (Name geändert) mehr mit seinem Namensschild herum, als zuzuhören", auch die Erfahrung mussten die Vorleser machen.
Wie können die Vorleser auf Konzentrationsverlust oder mangelnde Aufmerksamkeit angemessen reagieren?
Unterstützung erhält jeder Vorleser durch einen ihm zur Seite gestellten Mitschüler, der die Aufgabe hat, sich um die Auswahl der Bücher oder kleiner Konzentrationsspiele zu kümmern.
„Wie sieht es denn mit Fortbildungen für die Vorleser aus?", fragt Frau Kleinschmitt, Initiatorin des Projekts, die große Runde. Unterstützt durch die Bürgerstiftung und organisiert durch eine spezielle Öffentlichkeitsarbeitsgruppe, sollen die Vorleser durch Fortbildungen optimal auf den Umgang mit Kindern vorbereitet werden. Auch das lebendige Vorlesen muss gelernt werden. Die ersten Schulungen hierzu werden bei LesArt im Oktober und November stattfinden.
Erfahrungen sammeln
„Doch was hat eigentlich das Lesepatenprojekt mit unserer Ausbildung zu tun? Was bringt es uns, wenn wir den Kindern einmal in der Woche vorlesen?" Mit solch skeptischen Fragen musste sich die Berufsschulklasse der FaMIs auseinandersetzen, als sie zum ersten Mal von dem Projekt hörten.Die Antworten lagen eigentlich schon auf der Hand: Für Bibliotheken sind Kinder die Nutzer von morgen und der Umgang mit ihnen bringt den FaMIs nicht nur Spaß, sondern auch Erfahrungen für ihr späteres Berufsfeld. Die beteiligten Auszubildenden müssen nicht nur selbstständig planen und handeln, sondern auch Verantwortung übernehmen. Und lernt man nicht beim großen Gesangsauftritt für die Kleinen auch mal das Lampenfieber hinter sich zu lassen und über seinen Schatten zu springen?
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