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Politiker im OSZ Bericht von einer Diskussion zur Abgeordnetenhaus-Wahl am 12. September 2011
Bereits vor Beginn der Veranstaltung konnte man die Nervosität spüren, welche sich um die Bühne der Schule ausbreitete. Das Vorbereitungsteam war emsig bemüht, für eine reibungslose Veranstaltung zu sorgen, insbesondere der „Herr der Mikrophone“, Hendrik Zilkenath.
Nach einem Begrüßungswort der Organisatoren von der Politikfabrik, Sandrina Köbinger und Nina Bergmann, stellten sich die Politiker vor: Jan Kellermann von der SPD, Cornelia Seibeld von der CDU; Ronald Wenke von den Grünen; Mathia Specht-Habbel von der FDP und Steffen Zillich von der Linken. Zu Beginn hörten sich die Ziele und Versprechen der verschiedenen Parteien sehr ähnlich an, erst im Laufe der Diskussion erkannte man markante Differenzen:
Frau Specht-Habbel von der FDP, deren Sohn am Beruflichen Gymnasium der Schule übrigens gerade Abitur gemacht hatte, sprach sich für mehr Vertretungsreserven an Schulen und weniger Stundenausfall aus. Außerdem trat sie für Studiengebühren ein, wenn die Hochschulen dies wollten. Auch Kitas sollten kostenpflichtig sein.
Frau Seibeld, die Direktkandidatin der CDU aus unserem Bezirk, setzte sich für einen einfacheren Hochschulzugang für beruflich qualifizierte Jugendliche ein. Zudem möchte sie ein Studienplatzangebot für 40 Prozent der Schüler/innen eines Berliner Abitur-Jahrgangs anbieten.
Der Vertreter der Grünen, Ronald Wenke, setzte Akzente, indem er sich für eine Wahlmöglichkeit zwischen einem zwölfjährigen und einem dreizehnjährigen Abitur aussprach. Schulen sollten auch die Möglichkeit einer kontrollierten Öffnung des Schulgeländes haben. Mehr Naturschutz auf dem Schulgrundstück war eine weitere Forderung. Schließlich sollte vermehrt gegen die unterschiedlichen Formen von Diskriminierung an Schulen gekämpft werden.
Diesem Punkt stimmte auch die SPD zu. Herr Kellermann wollte ferner die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss durch ein Förder- und Integrationsprogramm minimieren. Schulen sollte ein Fortbildungsbudget für die Lehrer/innen zur Verfügung gestellt werden. Schüler sollten die freie Wahl zwischen integrierten und getrennten Sekundarschulen haben, soweit die Noten stimmen.
Dagegen sprachen sich die Linken aus. Herr Zillich machte sich für mehr Gemeinschaftsschulen stark, damit Grundschüler beim Übergang in den Sekundarbereich nicht überfordert werden.
Letztendlich waren sich die Parteien in einem einig: Strukturreformen im Bildungsbereich sollten jetzt zurücktreten, jetzt sei die Zeit des Schwerpunktesetzens.
Nach eineinhalb Stunden lebhafter Diskussion zwischen den Politikern, reichlich Fragen aus dem Publikum und einer gelungenen Moderation von Sabrina Wendisch und Sebastian Cattes (3. Semesters des Beruflichen Gymnasiums) kam es zu einem Schlusswort der Organisatoren von der Politikfabrik, gerichtet an die Schülerinnen und Schüler: „Ihr seid nicht stumm, ihr habt eine Stimme, also geht wählen!“
Vanessa Hadzic (1. Semester, Berufliches Gymnasium), 27. September 2011
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