OSZ Bürowirtschaft und Verwaltung

Verwaltungsfachangestellte

 

 

Ausbildung zum (zur) Verwaltungsfachangestellten

Die (der) Verwaltungsfachangestellte ist seit 1979 ein anerkannter Ausbildungsberuf des mittleren, nichttechnischen Dienstes der Verwaltung mit einer dreijährigen Ausbildungszeit. Ausbildungsstätten sind die Bundesbehörden, die Senatsverwaltung für Inneres, die Bezirksämter, der Polizeipräsident inBerlin,die Humboldt-Universität, die Freie Universität und die Technische Universität und die Bundeswehr. 

Die neue Ausbildungsordnung der Verwaltungsfachangestellten löste am 1. August 1999 die bisherige, zwanzig Jahre alte Verordnung ab. Neue Inhalte und Methoden wurden im Ausbildungsrahmenplan und im KMK-Rahmenlehrplan mit seinen 14 Lernfeldern festgeschrieben. Man trug damit einem veränderten Verständnis der Verwaltung Rechnung bei dem die Behörden als bürgerorientierte, kaufmännisch organisierte Dienstleistungsbetriebe aufgefasst werden. Konsequenter Weise wurde deshalb in der Berufsschule neben der Vermittlung verwaltungsbezogener Kenntnisse der Schwerpunkt in die Vermittlung klassisch-kaufmännischer Inhalte gesetzt und diese mit jeweils passenden Datenverarbeitungsanwendungen verzahnt. 

Kernfach des (der) Verwaltungsfachangestellten ist das vier - bzw. dreistündige Komplexfach "Verwaltungsbetriebswirtschaft/Kaufmännische Steuerung und Kontrolle" (VBK). Dieses Fach stellt eine fachübergreifende Zusammenfassung dar, die (Verwaltungs-) Betriebswirtschaftslehre, Rechtskunde, Rechnungswesen, Kosten- und Leistungsrechnung und DV-Anwendungen integriert. Der Unterricht in diesem Fach ist aufgeteilt in zwei Bereiche, der sog. VBK-Theorie und der VBK-Praxis. VBK-Theorie wird im Klassenunterricht von einem Kollegen vermittelt, der in VBK-Praxis im Lernbüro im Team mit einem weiteren Kollegen unterrichtet. VBK-Praxis beinhaltet neben der Vermittlung von Methodenkompetenz als Grundlage für die gesamte Ausbildung (Arbeitstechniken, Präsentation, Diskussionsführung, Arbeit im Team) die Übertragung und Weiterbearbeitung der in der Theorie aufgeworfenen Problemstellungen in DV-Anwendungen, auch in kleineren Projekten. 

Neben diesem Kernfach sollen aber auch die anderen berufsbezogenen Fächer und deren neuen Inhalte erwähnt werden: 
 Wirtschafts- und Rechtslehre
 
z. B. - Privatisierung öffentlicher Aufgaben;
        - Nationale Wirtschaftspolitik und Globalisierung ;
        - Wirtschaftspolitische Zusammenarbeit in der EU und internationalen Organisationen. 
 Öffentliches Recht

z. B. - Einbindung der Bundesrepublik Deutschland in das europäische Rechtssystem;
        - Grundrechte;
        - Gutachten- und Bescheidtechnik, Bescheiderstellung
Neu ist auch, dass die Auszubildenden verpflichtend Englischunterricht in der Berufsschule erhalten und dass ihnen eine Prüfung in drei Niveaustufen angeboten wird, in denen sie ein KMK-Fremdsprachenzertifikat erreichen können.

In der Abschlussprüfung soll die Facharbeiterqualifikation, also die Befähigung zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit, die selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt, nachgewiesen werden.
Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil und erstreckt sich auf die Inhalte der betrieblichen Ausbildung und den Lehrstoff des Berufsschulunterrichts, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

 

Im schriftlichen Prüfungsteil wird in den Prüfungsfächern Verwaltungsbetriebswirtschaft, Personalwesen, Verwaltungsrecht und Verwaltungsverfahren, Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft.

 

Im praktischen Prüfungsteil ist eine fallbezogene Rechtsanwendung durchzuführen.

 

Damit hat sich die Ausbildung zur (zum) Verwaltungsfachangestellten grundlegend gewandelt. Der (die) Verwaltungsfachangestellte ist eine Fachkraft für öffentliche Dienstleistungen geworden, der ursprüngliche Monoberuf mit dem verwaltungsbezogenen Schwerpunkt ist einer modernen, breit qualifizierenden Berufsausbildung gewichen, die diesem Beruf ein breites Tätigkeitsfeld sowohl in der Verwaltung als auch in der Wirtschaft eröffnet.

 

Seit dem Sommer 2005 bietet das Oberstufenzentrum Bürowirtschaft und Verwaltung für besonders leistungswillige Realschülerinnen und Realschüler einen Ausbildungsgang für Verwaltungsfachangestellte an, mit dem die erfolgreichen Absolventen am Ende der dreijährigen Berufsausbildung auch die allgemeine Fachhochschulreife erwerben. ... [weiter]

 


[Verwaltungsfachang.] [Doppelqualifikation] [FA Bürokommunikation] [FA Mediendienste] [KMK-Englischzertifikat]